Ergänzen wie ein Experte

Pascal Pape

Im letzten Teil haben wir uns angesehen, wie man die Ernährung ganzheitlich ergänzt. Das Prinzip ist simpel: Wir stellen uns die optimale Ernährung als Kreis vor. Dann analysieren wir, welche Belastungen wir haben und was in der modernen Ernährung fehlt. Genau dieses Kuchenstück gleichen wir aus, wir erGÄNZen es, wir vervollständigen unsere Ernährung – hin zum Optimum.

Was fehlt in unserer modernen Ernährung?

Viel. Denn sie hat sich grundlegend verändert. Warum?

Mit einem Wort ausgedrückt: Geschmack!

Wir haben unsere Ernährung, über tausende Jahre hinweg, angepasst, Lebensmittel ausgesucht, gezüchtet und manipuliert. Dabei haben wir aber immer nur auf den Geschmack geachtet.

Das Problem: Wir können nur Makronährstoffe schmecken – also Energie, Kalorien in seinen verschiedenen Formen.

Mikronährstoffe dagegen können wir nicht schmecken (oder sie schmecken nicht gut). Dadurch sind Mikronährstoffe immer weiter hinten runtergefallen und deshalb sind wir heute flächendeckend schlecht an Mikronährstoffen versorgt. Das ist ein riesiges Problem. Tatsächlich ist es die Wurzel unserer Probleme.

Die Basisversorgung soll genau diese Lücke ausgleichen. Doch wie sieht so eine Basisversorgung im Detail aus? Welche Nährstoffe gibt es? Brauchen wir nur Vitamine?

Mikronährstoffe = Bausteine des Lebens

Das Leben steht nie still. Pro Sekunde sterben bei einem Erwachsenen rund 50.000.000 (Millionen!) Körperzellen und werden durch neue ersetzt. Organe bauen sich permanent neu auf. Wir können uns unseren Körper als große Baustelle vorstellen, auf der er täglich neue Häuser baut. Dafür braucht er Bausteine. Ziegel, Zement, Dachziegel und vieles anderes – das sind die Mikronährstoffe.

Offiziell gibt es 47 essenzielle Mikronährstoffe, das sind:

  • Vitamine,
  • Mineralstoffe und Spurenelemente
  • Omega-6-Fettsäuren und Omega-3-Fettsäuren
  • Aminosäuren

Essenziell bedeutet, dass diese Nährstoffe lebensnotwendig sind und in ausreichender Menge nur über die Nahrung aufgenommen werden können. Sprich: Sie sollten jeden Tag auf dem Teller landen.

Wenn auch nur ein einziger Baustein fehlt, werden unsere Häuser brüchig, instabil und laufen Gefahr einzustürzen. Jeder Nährstoff hat seine eigene Aufgabe und häufig arbeiten unterschiedliche Nährstoffe gemeinsam an einer Baustelle. Sie arbeiten Hand in Hand und ergänzen sich wie Ziegel und Zement.

Ich erkläre es gerne mit einer Nährstoffkette: Dein Körper braucht jeden einzelnen davon, jeden Tag. Kein einziger Baustein ist ersetzbar durch irgendeinen anderen. Deshalb ist die Kette immer nur so stark wie ihr schwächstes Glied.

Ich gebe Dir ein einfaches Beispiel: Stell Dir einen Menschen vor, der perfekt gesund lebt, ein wahrer Jesus der Gesundheit. Er ist psychisch vollkommen ausgeglichen, bewegt sich natürlich, schläft mindestens 1/3 des Tages, lebt auf einer einsamen Insel, baut seine eigenen Lebensmittel an, und so weiter… Wenn ich jetzt nur einen einzigen Baustein herausnehme, zum Beispiel Vitamin C, dann wird dieser Mensch langfristig krank. Sein Körper wird versuchen, die Lücke zu kompensieren. Aber langfristig wird er krank werden. Und das Spiel kann ich mit jedem einzelnen der Nährstoffe machen. Ich kann auch die Aminosäure Lysin nehmen, die kein Schw.. kaum ein Mensch kennt. Nehme ich sie raus, wird er krank werden – egal, was er tut.

Die Kette ist immer nur so stark wie ihr schwächstes Glied: Über 47 essenzielle Nährstoffe arbeiten im Team. Jeder einzelne Nährstoff ist unersätzlich und sollte stets in ausreichender Menge vorhanden sein.

Reicht es nur essenzielle Mikronährstoffe zu ergänzen?

Die 47 essenziellen Mikronährstoffe beinhalten nur diejenigen, die offiziell als überlebenswichtig anerkannt wurden. Sie sind die Big Player, keine Frage. Aber reicht es, nur diese Nährstoffe zu ergänzen?

Fraglich. Ernährung war noch nie einfach. Für viele nimmt es mittlerweile schon religiöse Ausmaße an. Und so streiten sich selbst die Experten, was denn nun alles „essenziell“ ist und was nicht. Fakt ist doch: Wenn Du Dich gar nicht mehr ernähren, sondern nur noch Pillen mit den 47 essenziellen Nährstoffen einnehmen würdest – würdest Du dann auch gesund bleiben?

Die Antwort ist: Nein. Dann ist doch sofort klar, dass die 47 Essenziellen alleine nicht ausreichen. Es braucht also noch ein bisschen mehr.

Ich erkläre es gerne so: Wenn ich Dir eine Schraube gebe und sage „dreh die doch mal bitte mit der Hand in das Holz“, dann wirst Du vermutlich leichte Schweißausbrüche bekommen. Was Dir fehlt ist ein Werkzeug, ein Schraubenzieher. Wir brauchen folglich, neben den essenziellen Bausteinen, auch noch ein paar Werkzeuge, ein paar Hilfsstoffe, damit die Bausteine überhaupt verwertet werden können.

Aber rollen wir doch die Frage mal professionell auf und starten ganz am Anfang.

Die typische Multivitamin-Pille ist nicht ausreichend. Unser Körper braucht natürliche Mitspieler, um essenzielle Nährstoffe verarbeiten zu können.

6) Aminosäuren

Als ich angefangen habe, mich mit Ernährung zu beschäftigen, war es noch mit Men’s Health Magazinen. Vermutlich fangen die meisten irgendwie so an, Frauen nehmen vielleicht die Brigitte, ich weiß es nicht. Was sieht man da? Schlanke durchtrainierte Athleten, die von ihren Erfahrungen berichten.

Meistens reden sie in der Fitness-Branche nur von Makronährstoffen („Du brauchst Deine Makros!“), also Kohlenhydrate, Fette, Eiweiße – wie unsinnig das ist, erkannte ich erst viel später. Aber weil die Muckis damit wachsen, dreht sich natürlich ganz viel um Eiweiße.

Was die Fitness-Junkies nicht verstehen: In der Theorie ist Eiweiß ein Makronährstoff. In der Praxis werden Eiweiße im Körper in die Mikronährstoffe Aminosäuren umgewandelt. Makronährstoffe bringen Deinem Körper keinen Muskelwachstum, Mikronährstoffe sind die entscheidenden Bausteine. Und so machen Sportler (zumindest eine Sache) ganz unbewusst richtig: Sie essen mehr Eiweiße und erhöhen damit ihre Zufuhr an essenziellen Aminosäuren.

Das Problem: In der Fitness-Branche geht es nur um kurzfristige Erfolge. Wie schnell wachsen die Muckis? Wie viel Gewichte kann ich stemmen? Die langfristige Gesundheit ist ziemlich egal. Dass viele Sportler später doppelt so alt aussehen wie ihre Freunde, daran denken nur wenige. Dass viele Sportler im Alter mit Krankheiten zu kämpfen haben, wird gerne vergessen.

Deshalb haben Eiweiße und Aminosäuren einen unheimlich schlechten Ruf. Das Problem sind aber nicht die Aminosäuren. Das Problem ist die einseitige Ernährung und einseitige Ergänzung. Man kann und sollte Eiweiße nicht alleine zuführen.

Dennoch bleibt es dabei: Aminosäuren sind gesund. Aminosäuren sind zum Beispiel Baustein für Dein Glückshormon Serotonin, sie sind Baustein für Dein Schlafhormon Melatonin und sie helfen sogar bei der Entgiftung. Sie sind also nicht nur für Dein Äußeres wichtig, sondern auch für Dein Inneres.

Experten-Tipp #6: Aminosäuren sind unterschätzte Bausteine und brutal gesund. Aber sie sollten nicht alleine ergänzt werden, denn das führt zu einem Ungleichgewicht, wie Übersäuerung.

5) Omega-3-Fettsäuren

Ohja, findet man mittlerweile auch in der Men’s Health von zahlreichen Fitness Gurus erwähnt. Omega-3-Fettsäuren sind ein typischer „Promi-Nährstoff“. Gut, die einen empfehlen billiges Fischöl, andere raten zu hochwertigem, wieder andere empfehlen teures Krillöl und Veganer propagieren pflanzliche Quellen. Doch alle sind sich einige: Omega-3s kommen in unserer Ernährung zu kurz.

Damals war mein erster Impuls: „Ich will ein hochwertiges Omega-3-Produkt herstellen!“

Also habe ich mich als Erstes auf dieses Thema gestürzt, mich mit Herstellern ausgetauscht, telefoniert, Mails durch die Welt geschickt und recherchiert bis der Arzt kommt. Was ich da erleben musste, hat mir nicht nur die Sprache verschlagen, sondern mich gleich mehrmals vom Stuhl fallen lassen.

Lass es mich Dir ganz kurz anhand der Theorie erklären, die eigentlich nicht kompliziert ist. Ich habe es bereits im Teil zu Tiere & Fette erklärt: Omega-3-Fettsäuren sind mehrfach ungesättigte Fettsäuren, diese wiederum sind hochanfällig gegenüber freien Radikalen.

ungesaettigte-gesaettigte-fettsaeure

Das ist rein illustrativ, aber erklärt die Theorie: Links siehst Du gesättigte Fette, diese sind stabil. Rechts siehst Du ungesättigte Fette. Hier hast Du sprichwörtlich „offene“ Stellen, in diesem Fall die Verbindung C=C. Diese Stellen sind ein beliebter Angriffspunkt für freie Radikale.

Deshalb sind ungesättigte Fettsäuren instabil und müssen geschützt werden. Umso länger die Kette, desto mehr Angriffspunkte gibt es und desto instabiler wird die Fettsäure. Jetzt sind aber gerade die langkettigen Omega-3-Fettsäuren besonders wichtig für unseren Körper – also die instabilsten.

Treffen freie Radikale auf ungeschützte Omega-3-Fettsäuren, so oxidieren diese. Sie werden ranzig, ungenießbar und sogar gefährlich. Omega-3-Fettsäuren sind also ein zweischneidiges Schwert.

Deshalb müssen sie penibel vor Oxidation geschützt (Licht, Sauerstoff, Wärme, UV) und immer mit ihren natürlichen Mitspieler kombiniert werden. Antioxidantien schützen die instabilen Fettsäuren – in der Natur, in einer Kapsel, aber auch in unserem Blut und in unseren Zellen.

In meinen Gesprächen musste ich feststellen: Den meisten ist das überhaupt nicht bewusst. Da rede ich aber nicht nur von der DGE, der Men’s Health oder Öko-Test, sondern sogar von Herstellern! Weder empfehlen sie Antioxidantien dazu, noch schützen sie ihre Produkte ausreichend. Bei manchen stehen Omega-3-Produkte sogar monatelang in warmen Supermarktregalen, brüten und oxidieren vor sich hin. Wenn selbst den meisten Herstellern das Know-how fehlt, wie sollen es dann erst die Verbraucher wissen?

Experten-Tipp #5: Omega-3-Fettsäuren sind sehr „sensibel“, instabil und hoch anfällig gegenüber freien Radikalen. Wir brauchen immer Antioxidantien als Basis.

4) Vitamine, Mineralien & Spurenelemente

Bei Antioxidantien dachte ich erstmal nur an Vitamin C und Vitamin E. Also schaute ich mir die Vitamine näher an. Was mir direkt ins Auge fiel: Warum reden so wenige über Mineralstoffe?

Ich hatte oben schon angesprochen, dass Proteine alleine ergänzt zu einer Übersäuerung führen können. Viele haben den Begriff bestimmt schon mal gehört, weil hier viel Marketing betrieben wird. Meistens heißt es dann „vermeide saure Nahrung, wie tierische Produkte, Milchprodukte und so weiter.“

Was aber selten erklärt wird: Was ist überhaupt Übersäuerung?

Nun, hier das kleine Geheimnis, das viele unter den Tisch fallen lassen: Übersäuerung ist nichts anderes als ein Mineralstoffmangel.

Die meisten Menschen sind heute chronische übersäuert. Da bin ich voll dabei. Aber es gibt keine „schlechte saure Nahrung“. Sondern es ist eigentlich nur ein weiterer Beweis, dass unsere Ernährung nicht genügend Mikronährstoffe enthält.

Eiweiße zum Beispiel brauchen Mineralstoffe, um verstoffwechselt zu werden. Nehmen wir nur Eiweiße, ohne Mineralien, dann übersäuern wir. Ergänzen wir Eiweiße mit Mineralstoffen, dann gibt es kein Problem. Simpel. Warum erklärt das keiner?

Vielleicht weil Calcium ein basisches Mineral ist – das aber nicht in Konzept passt, weil man die Milch schlecht reden möchte? Man kann über Milch denken, was man möchte, aber bitte: Calcium ist basisch und damit höchst gesund.

Neben Mineralien gibt es noch Spurenelemente und die sind sogar noch unbekannter. Sind sie unwichtig, weil unser Körper nur kleine Mengen davon benötigt? Weit gefehlt. Selbst so unauffällige Spurenelemente wie Selen sind alles andere als unwichtig, so betont zum Beispiel Prof. Beuth von der Universität Köln:

„Zu Selen gibt es viele Studien die aufzeigen, wie wichtig Selen in der Prävention von bestimmten Krebsarten ist. Es gibt gute Daten zum Beispiel zu Prostatakrebs, zu Magenkrebs, zu Speiseröhrenkrebs, zu Lungenkrebs, mehr und mehr auch zu Brustkrebs und anderen Krebsarten.“

Also warum redet fast keiner über Spurenelemente? Warum gibt es nur so wenige Produkte, die alle Spurenelemente enthalten? Weil „Spurenelemente“ nicht so aufregend klingt wie „Vitamine“?

Bleiben wir doch dabei: Jedes einzelne Vitamin, Mineral und Spurenelement ist ein essenzieller Baustein und unersetzlich.

Experten-Tipp #4: Mineralstoffe oder Spurenelemente zu vernachlässigen ist ein beliebter Amateurfehler. Experten legen auf Mineralien und Spurenelemente genauso viel Wert wie auf Vitamine.

3) Antioxidantien

Mehr und mehr erkannte ich: Einzelne Nährstoffe bringen gar nichts. Die Natur ist ein komplexes Zusammenspiel. Es geht um Balance. Das Bewusstsein wurde weiter geschärft, als ich mich den Antioxidantien noch näher widmete.

Was sind Antioxidantien? Sie sind der Schutz für unsere Zellen und Fette.

Wovor schützen sie? Vor freien Radikalen.

Was sind freie Radikale? Sie entstehen permanent durch unseren Stoffwechsel, Stress, Bedrohungen oder Umweltgifte. Sie sind wie Angreifer und die größte Gefahr für unsere Zellen. Antioxidantien können sich ein freies Radikal schnappen und es neutralisieren.

Das klang auf den ersten Blick simpel: „Aha, ok, freie Radikale. Wie eine Waage: Links Radikale, rechts Antioxidantien“. Das ist aber nicht ganz korrekt, weil freie Radikale in zig verschiedenen Formen vorliegen. Jedes freie Radikal hat einen ganz bestimmten Gegenspieler. Antioxidantien sind zu bestimmten freien Radikale wie ein Schlüssel zu einem Schloss.

Jetzt wird es aber erst richtig spannend. Wenn ein Antioxidans ein freies Radikale neutralisiert, so wird es oft selbst zum freien Radikal! Man sagt es wird „wild“.

Deshalb sind Studien mit einzelnen Antioxidantien auch schon mal zu komischen Ergebnissen gekommen: Gibst Du Deinem Körper zum Beispiel nur Vitamin E und ganz viel davon, dann kann dieses Vitamin E selbst zum freien Radikal werden. Klingt komisch, ist aber so. Einseitig zu ergänzen ist also erneut nicht nur wirkungslos, sondern könnte sogar negativ wirken.

Was es braucht, sind andere Antioxidantien, die das „wild“ gewordene Antioxidans wieder neutralisieren.

Es entsteht also ein riesiges Netzwerk aus verschiedensten Antioxidantien, die sich immer wieder gegenseitig die Bälle zuspielen. Sie neutralisieren verschiedenste freie Radikale, in ihren verschiedenen Formen und dann helfen sie sich gegenseitig, falls eines „wild“ wird. Vielfalt ist also mal wieder der Schlüssel zu einer gesunden Ernährung.

Experten-Tipp #3: Auch Antioxidantien sollten nicht einzeln ergänzt werden, da sie in einem großen Netzwerk wirken. OPC ist die Antioxidantien-Tankstelle und verstärkt alle anderen Antioxidantien.

2) Sekundäre Pflanzenstoffe

Du siehst bereits: Wir haben die essenziellen Mikronährstoffe durch, sind aber noch nicht am Ende. Wechseln wir langsam von den Bausteinen zu den Werkzeugen.

Was sind Pflanzenstoffe und warum sollte Dich das interessieren?

Pflanzenstoffe waren mir früher vor allem als Farbstoffe bekannt. Beta-Carotin macht die Karotte orange, Lycopin die Tomate rot. Doch selbst die DGE sagt: Einzelne Vitamine bringen nichts, weil die wertvollen Pflanzenstoffe fehlen. Auch wenn die DGE keine Ahnung hat, was die Pflanzenstoffe jetzt genau machen, zeigte mir das schon: Da sollte ich mal genauer hinsehen.

Pflanzenstoffe erfüllen zwei entscheidende Aufgaben:

1) Sie optimieren die Bioverfügbarkeit und Wirkung von essenziellen Nährstoffen

Bioverfügbarkeit bedeutet: Wie viel von dem, was Du oben reinschmeißt, kommt auch in den Zellen an. Pflanzenstoffe sorgen also dafür, dass Dein Körper Nährstoffe überhaupt er-kennt und optimal verarbeiten kann. Denn er kennt kein Vitamin C, sondern er kennt Orangen. Er kennt keine Folsäure, sondern er kennt Rosenkohl.

Vielleicht hast Du schon mal sowas gehört wie „Ascorbinsäure ist nicht Vitamin C“. Das ist de facto falsch. Ascorbinsäure ist Vitamin C. Aber unser Körper erkennt Vitamin C alleine nicht so gut, wie zusammen mit Bioflavonoiden – Pflanzenstoffe, die in der Orange vorkommen. Denn so ist er es seit tausenden Jahren gewohnt.

Pflanzenstoffe sind die natürliche Umgebung für Vitamine und Mineralien. Die Vielfalt an Pflanzenstoffen ist wie das Wasser für einen Fisch. Ich kann analytisch im Labor erklären, dass ein Fisch eigentlich nur Sauerstoff benötigt und ihn auf dem Land aussetzen. Oder ich verstehe, dass er das Wasser als natürliche Umgebung braucht. Genauso brauchen Vitamine ihre Pflanzenstoffe.

2) Sie erfüllen eigene Funktionen

Darüber hinaus gibt es aber auch etliche Pflanzenstoffe, die selbst arbeiten. So habe ich zum Beispiel in einer Studie gelesen, dass Lycopin unter dem Verdacht steht, das stärkste fettlösliche Antioxidans in unserem Körper zu sein. Wow. Gar nicht so schlecht, für einen Pflanzenstoff, den man vor ein paar Jahrzehnten noch überhaupt keine Beachtung geschenkt hat.

Pflanzenstoffe übertrumpfen manchmal die Wirkung von Vitaminen um ein Vielfaches. Deshalb gibt es manche besonders bekannte – ich nenne sie Promi-Pflanzenstoffe – wie zum Beispiel Lycopin, Quercetin, Lutein oder auch OPC. Diese Pflanzenstoffe haben in Studien geglänzt, haben Krebszellen bekämpft, bei Herzproblemen geholfen, sind Entgiftungskönige oder haben andere vielversprechende Wirkungen gezeigt.

Mittlerweile ist bekannt, dass es tausende bis zehntausende dieser Pflanzenstoffe gibt. Wir kratzen also gerade erst an der Oberfläche des Eisbergs und sind weit davon entfernt, Pflanzenstoffe voll zu verstehen. Deshalb gilt die einfache Regel: Umso bunter, desto besser.

Experten-Tipp #2: Eine bunte Vielfalt an Pflanzenstoffen bildet die Grundlage, damit unser Körper Vitamine und Mineralstoffe optimal verarbeiten kann.

 1) Am Anfang steht der…

Und jetzt kommt ein Punkt, den ich selbst viel zu lange vernachlässigt habe. Pflanzenstoffe sind soo wichtig, dass mittlerweile sogar viele Hersteller von Naturprodukten zu 100% darauf setzen. Sie brauen Rezepturen aus vielen verschiedenen Extrakten und werden dabei oft so euphorisch, dass sie sogar die Vitamine vergessen.

Doch es gibt einen Punkt, der noch wichtiger ist.

Dieser Punkt macht den Unterschied zwischen Fortgeschrittenen und echten Experten.

Hier kommt Insider-Geheimnis Nr. 37.

Bist Du bereit?

Über 80% unseres Immunsystems sitzt im Darm, die Nährstoffaufnahme beginnt im Darm und doch erhält er hierfür fast keine Anerkennung. Unser Darm muss durch den modernen Lebensstil viel mit machen – Medikamente, Gluten, Giftstoffe, Dauerstress und viele andere unnatürliche Belastungen. Nicht umsonst habe ich diesem Thema einen kompletten Artikel gewidmet (siehe: Pflege Deinen Darm).

Der Darm ist wie das Fundament unserer Baustelle. Wenn unser Darm nicht stark und kräftig ist, dann können wir oben noch so viele Vitamine reinschmeißen, unten kommt nichts an. Das ist dann der Grund, warum ältere oder kranke Menschen oft zweimal, dreimal oder vielleicht fünfmal so viele Nährstoffe aufnehmen müssen – einfach weil die Verwertung schlechter ist.

Die einen sprechen von „Schlacken“, andere sagen die „Darmzotten verkleben“, wieder andere sagen „die guten Bakterien sterben, wenn wir sie nicht füttern“ oder „der Darm wird löchrig“. Aber bleiben wir beim Wesentlichen und ohne dass wir uns jetzt in den Details verwursteln: Wenn wir unseren Darm nicht pflegen, ist das fatal für unsere Gesundheit.

Unser Darm kann verkalken wie ein Abflussrohr, aber er hat die fantastische Fähigkeit, sich selbst sauberzumachen. Wie? Zum Beispiel Ballaststoffe helfen beim täglichen Reinigen und Probiotika fördern eine gute Darmflora. Ein geschwächter Darm ist wie ein Auto, das mit angezogener Handbremse oder gar ohne Reifen fährt.

Experten-Tipp #1: Die perfekte Ergänzung beginnt im Darm.

Fazit: So ergänzt Du Deine Ernährung wie ein Experte

Ok, das war richtig viel Fachwissen. Ich bin stolz auf Dich, dass Du so wissbegierig bist.

Was heißt das jetzt im Klartext?

Nährstoffe sind ein komplexes Zusammenspiel der Natur. Typische Fehler sind, dass man einzelne Nähstoffe herausreißt. Man ergänzt nur Omega-3-Fettsäuren, man ergänzt nur einen Baustein wie Magnesium oder man ergänzt nur ein einzelnes Antioxidans wie Astaxanthin. Das mag kurzfristig einen Erfolg bringen – die Muskelkrämpfe gehen vielleicht weg – aber langfristig funktioniert es nicht. Im schlimmsten Fall schadet es sogar der Gesundheit. Mir wird schwindelig, wenn ich sehe, dass man in der Fitness-Branche mehrere Gramm Fischöl propagiert, ohne auch nur ein einziges Mal an Antioxidantien zu denken.

Vergleichen wir es mit einer Baustelle:

1) Stabiles Fundament – Darmpflege:

Wir bauen unser Haus nicht auf Sand. Sondern wir sorgen erstmal für ein stabiles Fundament.

2) Werkzeuge – Pflanzenstoffe:

Danach brauchen unsere Bauarbeiter Werkzeuge – vom Schraubenzieher bis zum Bagger. So arbeiten sie erst richtig effizient.

3) Schutz – Antioxidantien:

Außerdem braucht unsere Baustelle Schutz – wir brauchen Helme, wir brauchen Feuerwehr, Polizei – damit unser erbautes Haus nicht direkt wieder zerstört wird.

4) Bausteine – 47 essenzielle Mikronährstoffe:

Dann kommen die eigentlichen Bausteine, damit wir unsere Häuser bauen können. Jeder einzelne Baustein erfüllt seine eigene Aufgabe und ist unersetzlich: Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Omega-3-Fettsäuren, Aminosäuren.

Diese 4 Punkte zusammen bilden die optimale Basisversorgung, die optimale Ergänzung unserer täglichen Ernährung.

Optional: Verfeinerung / Veredelung – individuelle Nahrungsergänzung:

Erst wenn das alles steht, können wir darüber nachdenken unsere Häuser mit weiteren Schmuckstücken und Details zu veredeln. Das sind individuelle Nahrungsergänzungen. Dazu zählt zum Beispiel höher dosiertes Vitamin D&K im Winter oder Vitamin C bei einer Erkältung.

So sieht das dann bildlich aus:

Eine optimale Basisversorgung deckt folgende Punkte ab: Darmpflege, Pflanzenstoffe, Antioxidantien und die essenziellen Nährstoffe: Vitamine, Mineralien, Spurenelemente, Omega-3-Fettsäuren und Aminosäuren. Darauf kann man mit individuellen Nahrungsergänzungen aufbauen.

So findest Du Deine persönliche Basisversorgung

Eine optimale Basisversorgung deckt alle Punkte zuverlässig ab und bietet somit eine solide Ernährungsversicherung. Je nach Hersteller, brauchst Du dafür unterschiedlich viele Produkte. Viele meiner Leser haben früher über 20 verschiedene Produkte verschiedenster Hersteller kombiniert und unnötig viel Geld ausgegeben.

Meine eigene Basisversorgung besteht aus nur 4 Produkten für rund 7€ pro Tag, womit ich alle Punkte optimal abdecke. Mir ist es das wert, diesen Betrag in meine Gesundheit zu investieren. Wie meine eigene Basis aussieht, zeige ich Dir unter „Basisversorgung“.

Aber ich weiß auch, dass jeder ein anderes Budget hat und ganz ehrlich, ich habe auch nicht so groß angefangen.

Zum Start empfehle ich gerne mit einem Basisprodukt einzusteigen. Denn das ist einfach, lässt sich gut umsetzen und es bildet ein solides Fundament:

  1. Es pflegt Deinen Darm
  2. Es liefert eine bunte Vielfalt an Pflanzenstoffen
  3. Es enthält eine Basis an breitgefächerten Antioxidantien
  4. Und liefert obendrauf eine Ernährungsversicherung für Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente

Je nach Budget kannst Du jederzeit aufstocken und weitere Teile der Basisversorgung mit dazunehmen. Meine Priorität wäre von unten nach oben. Aber solange Du ein Basisprodukt mit im Paket hast, kannst Du absolut nichts falsch machen – Dein Fundament steht. Du könntest also auch genauso gut Basisprodukt + Fischöl kombinieren oder Basisprodukt + Proteinshake, je nach Fokus, den Du setzen möchtest. Kurz: Ein hochwertiges Basisprodukt ist der ideale Einstieg und es bildet ein stabiles Fundament.

Wichtig ist nur ein Punkt: Achte auf ein echtes Basisprodukt. Es besteht ein riesen Unterschied zwischen einem Multivitamin und einem Basisprodukt. Denn Vitamine sind lediglich ein Teil des Basisproduktes. Weder auf ein paar Tablettchen, noch auf einem „leckeren Säftchen“, kann man eine gesunde Ernährung aufbauen. Tut mir Leid, aber hier fehlen einfach wichtige Teile. Viele Hersteller behaupten, dass sie ein Basisprodukt oder eine Basisversorgung anbieten, aber in der Realität gibt es nur ganz wenige, die sich darauf spezialisiert haben und ihr Handwerk verstehen.

Meine Empfehlung ist mit Athletic Greens zu starten, weil es eine gute Balance aus Preis, Geschmack und Qualität bietet. Aber entscheide selbst. Möchtest Du mit einem Produkt starten? Oder willst Du gleich zur optimalen Rundumversorgung greifen?

Basisversorgung: Meine Empfehlungen

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